Die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe erhielten am 17. Juli einen Einblick in die jüdische Geschichte und Kultur der Stadt Regensburg. Nach einer Einstimmung an der Schule versammelten sich alle Beteiligten zu einer Gedenkminute vor der Regensburger Synagoge – ein stiller Moment des Erinnerns und der Wertschätzung.
Im Anschluss erkundeten die Klassen in vier Gruppen unter der Leitung der Religions- und Ethiklehrkräfte zentrale Orte jüdischen Lebens: Eine Führung im Dokument Neupfarrplatz, ein Rundgang durch die Altstadt sowie ein Besuch des jüdischen Friedhofs boten vielfältige Perspektiven auf die lange und bewegte Geschichte der jüdischen Gemeinde.
Ein wichtiger Bestandteil des Tages war die kritische Betrachtung der antisemitischen Rolle Albrecht Altdorfers bei der Vertreibung der Juden aus Regensburg im Jahr 1519. Der Regensburger Renaissance-Künstler, dessen Werke oft als kulturelle Schätze gelten, schuf auch Darstellungen, die jüdisches Leben verzerrten und abwerteten. Die Auseinandersetzung damit verdeutlichte den Jugendlichen, wie tief antisemitische Haltungen historisch verwurzelt sind und wie notwendig es ist, kulturelle Überlieferungen differenziert zu betrachten.
Der „Jüdische Tag“ ermöglichte den Jugendlichen nicht nur historisches Lernen, sondern auch eine persönliche Begegnung mit kulturellem Erbe und gelebter Erinnerungskultur.



Fotos: Thomas Köppl










